„Unvorstellbar“, war die erste Reaktion von Bezirksvorsitzenden der Jungen
Union (JU) Niederbayern, Florian Oßner, nach dem geschlossenen Rücktritt des
Landesvorstands der Jungen Freien Wähler aufgrund der Unzufriedenheit mit
der Parteiführung der Freien Wähler in der letzten Woche.
Diesen Unmut über den eingeschlagenen Kurs des Rottenburger
Landtagsabgeordneten Hubert Aiwanger aus dem Stimmkreis Landshut gab es
schon länger. Jetzt kam prompt die Reaktion. Der gesamte Landesvorstand der
Jungen Freien Wähler in Bayern hat seinen Rücktritt erklärt.
„Noch deutlicher kann man seine Ideale nicht verkaufen“, fasste
JUBezirksvorsitzender Florian Oßner die Stimmung in der letzten
Bezirksausschusssitzung am Sonntag in Moos zusammen. „Einst sind die Freien
Wähler angetreten, um ihre oft zur Schau gestellte angebliche Unabhängigkeit
zu propagieren. Heute scheint es, als ginge es ihnen nur noch darum, wie man
eine eigene Regierung in Bayern stellen könnte – und das mit den Linken aus
der SPD und den Grünen. Bayerns Zukunftsfähigkeit spielt in diesem
Machtstreben angeblich keine Rolle mehr“, so Oßner weiter.
„Der gewählte Weg zur Umstrukturierung zu einer Partei, auf den sich die
Freien Wähler nun aufmachen, stellt für den Großteil des derzeitigen
Landesvorstandes der Jungen Freien Wähler keine Grundlage für eine weitere
gemeinsame Zukunft mehr dar“, heißt es in einem Schreiben des Vorsitzenden
Josef Graubmann. Die Art und Weise, wie Landeschef Hubert Aiwanger seine
Ziele verfolgt, sei für viele nicht mehr nachvollziehbar, verlautet es zudem
aus Reihen der Freien Wähler.
Den Jungen Freien Wählern zollte JU-Bezirksvorsitzender Florian Oßner dabei
jedoch großen Respekt für diesen mutigen Schritt. „Dies gleicht einem
Misstrauensvotum gegen Hubert Aiwanger und gegen die eigene Mutterpartei der
Freien Wähler“, bilanzierte Oßner. Aus Sicht der CSU und der Jungen Union
sei dies ein unvorstellbarer Vorgang: In der Sache werde zwar intensiv
diskutiert und man sei auch nicht immer einer Meinung – schlussendlich finde
man aber allezeit Kompromisse und ziehe wieder im Sinne der
Generationengerechtigkeit an einem Strang.