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Presseartikel vom 15. April 2010

„Im Mittelpunkt stehen die Kinder“

 

Dr. Marcel Huber referierte zum Thema „Von der Hauptschule zur Mittelschule“

 

„Mit der Bildung von Mittelschulen soll die Vielfalt der Angebote und die Qualität gesteigert und gleichzeitig der Erhalt der wohnortnahen Hauptschule gewährleistet werden“, erklärte Staatsekretär für Unterricht und Kultus, MdL, Dr. Marcel Huber, in seinen Ausführungen am Donnerstagabend im Gasthaus Maxlwirt.

 

„Die Hauptschulen leisten Enormes in Bayern“, bekräftigte Huber. Dies sei dem hohen Engagement der Lehrer und Schulleitungen zu verdanken. Trotzdem sei man wegen der sinkenden Schülerzahlen und dem veränderten Übertrittsverhalten zum Handeln gezwungen. Dabei gehe es um die Erhaltung möglichst vieler, wohnortnaher Hauptschulen: „Kleine Schulen funktionieren gut, es herrscht eine 100-prozentige Vermittlungsquote der Schulabgänger durch die enge Vernetzung mit der regionalen Wirtschaft“. Nun gehe es darum, die große Vielfalt und die Qualität von Hauptschulen zu steigern. Dies sei jedoch nur in Verbünden zu so genannten Mittelschulen möglich. Die Definition des Gesetzes werde zum 1. August erarbeitet, die ersten Mittelschulen könnten also schon zum nächsten Schuljahr gebildet werden. Huber verdeutlichte die hierfür notwenigen Kriterien: Eine Schule des Verbundes muss den Mittleren Abschluss bieten. Jede Schule muss über eine Ganztagesbetreuung sowie ein dreigeteiltes Zweigangebot aus Wirtschaft, Sozialem und Technik verfügen. Die Schulen müssen außerdem einen engen Kontakt zur Wirtschaft pflegen, das heißt, eine enge Kooperation mit den regionalen Betrieben eingehen. Außerdem muss zur individuellen Förderung die Arbeit in Gruppen gegeben sein. Huber favorisiert zudem das Angebot von Praxisklassen.

 

 

Marcel Huber referierte über das bayerische Bildungssystem

 

Marcel Huber merkte an, im Schulsystem sei an entscheidenden Stellen immer wieder an Stellschrauben zu drehen, um ein qualitativ hochwertigen und gerechtes Bildungssystem zu gewährleisten. Im Mittelpunkt stehe dabei immer das Kind. So würden in der Grundschule derzeit Pilotprojekte laufen, die ersten beiden Jahrgangsstufen zusammen zulegen. Die Kinder hätten dabei die Möglichkeit, diese Phase in einem, zwei oder auch drei Jahren zu durchlaufen. Für die entscheidende Übertrittphase in höhere Schulen sollen künftig drei Informationsquellen dienen: neben dem Notenschnitt mit Empfehlung der Lehrer soll künftig der Elternwille mehr berücksichtigt werden. Außerdem solle die Einführung von „Gelenkklassen“ dazu dienen, die Schulwahl gegebenenfalls zu korrigieren. Huber plädierte in diesem Zusammenhang dafür, in der Bevölkerung eine höhere Anerkennung für den Wert eines guten Handwerks zu fördern.

 

Die Einführung des G 8 sei nicht optimal gelaufen, räumte Huber ein. Inzwischen jedoch hätte die Möglichkeit neuer Fächerkombinationen, die Straffung des Stoffes durch die Orientierung an Kompetenzen und die Förderung durch Intensivierungsstunden die Lage entschärft. In der zweijährigen gymnasialen Oberstufe würden Seminare in Kooperation mit außerschulischen Partnern den Schülern wichtige Erfahrungen liefern. Zudem gäbe es propädeutische Seminare zur optimalen Vorbereitung auf die Universitäten. Die Angst vor schlechteren Examensnoten habe sich nicht bestätigt, denn es würden neue Bewertungsmaßstäbe angewendet, um die Chancen auf einen Studienplatz zu verbessern.

 

An der sechsstufigen Realschule werde nicht gerüttelt, sagte Huber. Sie werde gerne gewählt und habe eine hohe Akzeptanz bei der Wirtschaft erlangt. Huber verteidigte letztlich das dreigliedrige Schulsystem: „Es geht darum, die jungen Leute gegen den Konkurrenzdruck zu wappnen“

 

Wolfgang Zierer, Schulleiter in Geisenhausen, bezog sich auf die Aussage des Deutschen Industrie- und Handelstages mit 20 Prozent nicht ausbildungsfähigen Schulabgängern: „Sparen Sie nicht an den Hauptschulen, sparen Sie nicht an Lehrerstunden“. Huber sagte, er wisse den großen Wert der Arbeit an den Hauptschulen zu schätzen. Diese seien derzeit mit einer Durchschnittsklassenstärke von 20,3 Schülern so gut gestellt, wie nie zuvor.

 

Veldens Schulleiterin Karin Steffen-Weidinger bezog sich auf die freiwillige Kooperationsform der Schulverbünde. Velden beispielsweise sei eine bewusste Wahl zur Bildung eines Schulverbundes mit Taufkirchen eingegangen: „Besteht die Verpflichtung, nun eine weitere Schule aufzunehmen und wer fällt letztendlich die Entscheidung“? „Die Freiwilligkeit hat Vorrang“, meinte Huber dazu. Niemand dürfe zu einem Verbund gezwungen werden. Er riet im speziellen Fall, zu überdenken, ob es nicht doch tragbar wäre, eine dritte Schule aufzunehmen. Sollte kein Einvernehmen zustande kommen, wäre dies der „Worst Case“. Dann liege die allerletzte Entscheidung bei der Regierung. Auch Stefan Pielmeier vom Schulamt Landshut sprach sich diesbezüglich für gemeinsame Dialoge ohne verhärtete Fronten aus.

 

Schließlich berichtete Karin Steffen-Weidinger über besondere Härtefälle an der Veldener Grundschule und appellierte daran, die Schulsozialpädagogin auch für die Grundschule zu genehmigen. Huber bejahte die Notwendigkeit der Ausweitung von Jugendsozialarbeit auf andere Schularten.

 
 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite 01.02.2012