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Gemeinsames Ziel: Nachhaltiges und verantwortungsbewusstes
Wirtschaften - Bundesumweltkommission der JU thematisiert NAWAROS

Foto: Kommissionsvorsitzender Marcel Grathwohl (5.v. re), Organisator des
JU-Tagungswochenendes Christian Hirtreiter (2.v.r.), FU-Vorsitzende Brigitte
Rach (1.v.re.), JU-Kreisvorsitzender Herbert Lichtinger (3.v. li.) zusammen
mit dem Marketingleiter des Pelletwerks Compac Tec Alexander Schulze
(4.v.li.)
Den Mitgliedern der Bundeskommission „Umwelt“ der Jungen Union wurden am
Samstag, 11. August beim Vor-Ort-Termin im Pelletwerk Compac Tec die Chancen
des nachwachsenden Rohstoffs (=NAWARO) Holz deutlich vor Augen geführt.
Gemeinsames Ziel muss es sein, nachhaltig und verantwortungsbewusst zu
wirtschaften, denn in Zeiten knapper werdender Ressourcen ist der Einsatz
regenerativer Energien wichtiger als je zuvor, so der Grundtenor der aus dem
ganzen Bundesgebiet angereisten Jungpolitiker.
Wärme und Geborgenheit gelten als Grundbedürfnisse der Menschheit. Doch
herkömmliche, fossile Brennstoffe bringen Risiken mit sich, die bei der
Gewinnung, dem Transport und der Nutzung dieser Brennstoffe entstehen. Bei
der Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Erdöl und Erdgas wird CO2
freigesetzt, das seit Jahrmillionen darin gebunden war. Dieses Gas ist für
den Treibhauseffekt bzw. für die Klimaveränderung verantwortlich.
Erschreckende Konsequenzen für unsere Ökosysteme sind schon jetzt deutlich
spürbar, so Marketingleiter Alexander Schulze bei seinem
Einführungsstatement.
Holzpellets werden aus getrocknetem, naturbelassenem Restholz (Sägemehl,
Hobelspäne, Waldrestholz) mit einem Durchmesser von ca. 6 - 8 mm und einer
Länge von 5 - 45 mm hergestellt. Ohne chemische Bindemittel unter hohem
Druck gepresst haben sie einen Heizwert von ca. 5 kWh/kg, damit entspricht
der Energiegehalt eines Kilogramm Pellets ungefähr eines halben Liter
Heizöls.
Die Qualitätsanforderungen für die genormten Pellets sind in Deutschland in
der DIN 51731 festgelegt. Seit Frühjahr 2002 ist zusätzlich ein neues
Zertifikat, die "DIN plus", auf dem Markt, das darüber hinaus Anforderungen
an Abriebfestigkeit und Prüfverfahren stellt.
Gute Ware und eine langfristige Kundenbindung sind gerade hier wichtig um
optimale Heizwerte und eine Anlagen schonende Verbrennung zu garantieren, so
Schulze.
Nachwachsende Wärmequelle aus der Natur mit Zukunft
CO2-neutrales und regeneratives Holz und Biomasse als Energielieferanten
stärken die Region, denn regionales Wirtschaften ist uns genauso ein
wichtiges Anliegen wie unsere Umwelt, so Kommissionsvorsitzender Marcel
Grathwohl bei der Diskussion.
Wir sehen uns ein Stück weit in der Verantwortung, auch unseren
nachfolgenden Generationen eine Welt zu hinterlassen, die nicht nur von
Klimaproblemen, knappen Ressourcen und einer ausgebeuteten Natur besteht.
Auch als heimischer Rohstoff von großer Bedeutung. Sie stehen direkt in der
Region zur Verfügung.
Bei der Verbrennung von Holz wird genau soviel CO2 freigesetzt, wie der Baum
während seines Wachstums gespeichert hat. Zusätzlich verbrennt Holz
praktisch schwefelfrei, die anfallende Asche kann als hochwertiger Dünger
wieder verwendet werden.
Die Wald- oder Forstwirtschaft als Teil der Volkswirtschaft erbringt
immaterieller Leistungen wie die Erhaltung der Wälder, insbesondere als
Schutz- und Erholungsraum. Deutschland hat ca. 11,1 Mio. ha Wald (~30 % der
Gesamtfläche). Davon werden 9 Mio. ha durch ca. 28.000 Forstbetriebe und 1,5
Mio. ha durch ca. 230.000 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaftet.
Holz hat ein riesiges Potenzial
Neben der wirtschaftspolitischen wird auch die umweltpolitische Bedeutung
der Forst- und Holzwirtschaft in den nächsten Jahren weiter steigen. Die
nachhaltig bewirtschafteten Wälder sind eine sich selbst erneuernde
Rohstoffquelle mit vielen ökologischen Vorteilen. Zum Beispiel tragen sie
durch CO2-Bindung zum Klimaschutz bei. Mit der Initiative "Charta für Holz"
setzt sich auch die Politik deshalb dafür ein, den Pro-Kopf-Verbrauch von
Holzprodukten aus nachhaltiger Erzeugung von 2004 bis 2014 um 20 Prozent zu
steigern. Öffentliche und private Bauherren sollen den Baustoff Holz
verstärkt nutzen, zum Wohle von Klima, Lebensqualität, Innovation und
Arbeitsplätzen.
Steigende Rohölpreise machen Öl- und Gasheizungen immer noch teurer: Im
Waldland Deutschland ist Holz ein preiswerter und umweltfreundlicher
Alternativbrennstoff mit Zukunft. Zudem ist Holz lokal verfügbar und damit
krisensicher. Die deutsche Forstwirtschaft verfügt mit rund 3,4 Milliarden
Kubikmetern über die größten Holzvorräte Europas. Diese sehr gute
Ausgangslage ist das Ergebnis nachhaltiger Waldnutzung. Derzeit werden nur
rund zwei Drittel der zur Verfügung stehenden Menge an Holz in Anspruch
genommen. Die deutsche Waldfläche ist seit 1960 um mehr als 500.000 Hektar
angewachsen.
Die Bundeswaldinventur hat gezeigt, dass wir in Deutschland in einer Art
Generationenvertrag Forstflächen bewirtschaften: Die Forstwirte ernten heute
das Holz, das ihre Vorgänger vor 100 oder mehr Jahren gepflanzt haben.
Rechtlich ist dieses Prinzip der Nachhaltigkeit im Bundeswaldgesetz und in
den Waldgesetzen der einzelnen Bundesländer verankert – damit die deutsche
Forst- und Holzwirtschaft auch künftig auf einer starken Basis steht.
Christian Hirtreiter, der Organisator des Tagungswochenendes, welches einmal
jährlich stattfindet bekräftigte, dass gerade die regionalen Gegebenheiten
und die Möglichkeiten zur Vernetzung - Wirtschaft mit Technologie - wichtig
für eine nachhaltige Entwicklung sind.
Bei der Diskussion konnten Vertreter der Frauen Union und des Kreisverbandes
der Jungen Union (JU) deutlich auf die Chancen im Bereich des Arbeitsmarktes
eingehen. Die Kommissionsmitglieder darunter JU-Vertreter aus Hamburg und
Schleswig-Holstein waren von der pragmatischen Vorgehensweise und den
schnellen Genehmigungsverfahren begeistert. |