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Bezirks-JU holt sich Infos zum Abbau der Grenzkontrollen
aus erster Hand - MdEP Weber und MdB Scheuer vor Ort
Vilshofen „Der Abbau der Grenzkontrollen zu den neuen
Schengenländern bringt ein Sicherheitsdefizit“. Zu dieser Feststellung kommt
der Grenzpolizeiexperte Josef Heisl. Der Leitende Polizeidirektor beruhigte
aber auch die zahlreichen Führungskräfte der Jungen Union mit einem
schlüssigen Gegenkonzept der Bayerischen Polizei und der Sicherheitskräfte
in den Nachbarländern.
Die Strategie ist komplex. Einerseits wird man in der
Grenzregion und in einem Gebiet, das etwa 50 bis 80 km dahinter liegt, die
Polizeipräsenz verstärken, andererseits die so bewährte Schleierfahndung
auch organisatorisch an der Ostgrenze einführen. „Spezielle
Fahndungseinheiten, die sich aus den erfahrenen Grenzern rekrutieren, werden
künftig mobil auf Verbrecherjagd gehen“, kündigt Heisl an. Dabei machen sich
die Verantwortlichen die Erfahrungen von der Grenze zu Österreich zunutze.
„Außerdem wird die Kooperation mit der Bundespolizei verstärkt und noch mehr
über die Grenze hinweg zusammengearbeitet“, nennt er weitere wirksame
Ansätze.
Zur Frage von Christian Gödel, dem örtlichen JU-Chef über das
europäische Fahndungssystem führte Heisl aus, dass man schon Zug um Zug auf
die Fahndungsdaten der neuen Schengenländer zurückgreifen könne, weil diese
mit Hochdruck in das Schengener Fahndungssystem (SIS) eingespeist werden.
Erste Aufgriffe liegen bereits vor. Auch die Rechtshilfe durch das Ausland,
die grenzüberschreitenden Einsätze und die Verfolgung von Straftätern ins
Nachbarland (sog. Nacheile) werden erleichtert. „Es wird nichts besonderes
mehr sein, wenn die Polizisten aus Tschechien oder Österreich diesseits und
jenseits der Grenzen mit uns gemeinsam auf Streife gehen“, meinte der
oberste Grenzer der Bayerischen Polizei.
Bezirkschef Christian Moser, der mit seinem Vize Josef Heisl
jun. den Abend organisiert hatte, äußerte die Sorge, dass die neuen
Außengrenzen nicht ausreichend gesichert würden. Der Leitende
Polizeidirektor, der selbst als Fachberater an der slowakisch/ukrainischen
Grenze arbeitete, berichtete dazu von vielen technischen Sicherungen,
Videoüberwachung, Nachtsichtgeräten und umfangreichen Schulungen der
ungarischen und slowakischen Beamten. Auch für Europol und die europäische
Grenzschutzagentur FRONTEX sei die neue Situation eine große
Herausforderung.
Interessante Ausführungen gab es vom Europaabgeordneten
Manfred Weber (MdEP). Der Sicherheitsexperte mahnte eine Ratifizierung des
neuen Vertrages von Prüm durch alle EU-Länder an. „Dann könnte unsere
Polizei auch im Ausland direkt tätig werden“, erklärte er. Weber forderte
auch eine massive Stärkung von FRONTEX, das äußerst wichtige Analysearbeiten
über Migrationsströme leiste und Einsätze, vor allem an den Außengrenzen
koordiniere, an denen Polizeibeamte aus mehreren Ländern teilnehmen. Weber
zeigte die politische Dimension der Osterweiterung auf. „Es gibt Abstriche
aber auch ganz gewichtige Zugewinne“, stellte der Europapolitiker am Ende
eines äußerst interessanten Abends fest.
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