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Presseartikel vom 22. September 2007

Bezirksverband besucht Forensik Straubing

 

 

Foto: Die Mitglieder der Jungen Union mit MdL Josef Zellmeier (4.v.l.), MdL Bernd Sibler (6.v.l.), Bezirksvorsitzenden Christian Moser (7.v.r.) und ärztlichem Direktor Bernd Ottermann.(4.v.r.).

 

Einen „Blick hinter die Mauern“ haben kürzlich die Mitglieder der Jungen Union Niederbayern geworfen. Mit JU-Bezirksvorsitzendem Christian Moser, MdL Bernd Sibler und MdL Josef Zellmeier wurde die forensisch-psychiatrische Klinik in Straubing besichtigt. Ärztlicher Direktor Bernd Ottermann und Oberarzt Dr. Joachim Nitschke stellten den rund 20 Teilnehmern, darunter ein Großteil aus dem Landkreis Deggendorf, das Bezirkskrankenhaus vor und stellten sich für Fragen zur Verfügung.

 

Seit der Einweihungsfeier im Mai 1990 haben bereits 40 000 Interessierte die Modellklinik besucht. 1986 haben die Baumaßnahmen begonnen. Ottermann verdeutlichte den Anwesenden den Konflikt zwischen den Aufgaben der Sicherung und Besserung. Die Patienten hätten aber einen gesetzlich festgelegten Anspruch auf Rehabilitation. Es bestehe „keine Alternative zur Integration“, erklärte Ottermann. Er beklagte, dass die Bezirkskrankenhäuser in der Regel überbelegt sind. Nur die in Straubing habe als zentrale Klinik keine Aufnahmepflicht. Die 179 Patienten haben ausschließlich Einzelzimmer.

 

Deshalb gebe es in der Forensik in Straubing nicht den Mangel an Rückzugsräumen und somit weniger Probleme in der Gemeinschaft. In Europa zählt die Forensik zu den ersten drei Spitzeneinrichtungen und ist die modernste Einrichtung in Deutschland. Auch international ist das Bezirkskrankenhaus anerkannt, erklärte Ottermann. Auch Besucher aus Japan und Kanada hat er schon begrüßt.

 

Zu den Patienten zählen unter anderem Brandstifter und Sexualstraftäter. Rund die Hälfte der Insassen leidet unter diversen Persönlichkeitsstörungen. Unter den 179 Patienten sind lediglich drei Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 35 bis 40 Jahren. Laut Ottermann ist der Ausländeranteil bei ca. 10 bis 12 Prozent. Ausgewählten Patienten werden zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten geboten: Eine Sporthalle, Krafträume, Tischtennisplatten und Billardtische sind vorhanden. Auch in einem Steinbruch, in der Goldschmiede, Werkstatt oder der Uhrmacherei kann gearbeitet und eine Ausbildung gemacht werden. „Ausbildung verändert die Patienten mehr als jede Psychotherapie“, erklärte Dr. Nitschke.

 

Christian Moser dankte für die informative Führung und die anschließende Diskussion. Nach dem Ausbau der Klinik werden 230 Plätze vorhanden sein. Der Tagessatz eines Patienten liegt bei ca. 130 Euro. In der Justizvollzugsanstalt hingegen bei ca. 80 Euro.

 
 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite 01.02.2012