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Bezirksverband besucht Forensik Straubing

Foto: Die Mitglieder der Jungen Union mit MdL Josef
Zellmeier (4.v.l.), MdL Bernd Sibler (6.v.l.), Bezirksvorsitzenden Christian
Moser (7.v.r.) und ärztlichem Direktor Bernd Ottermann.(4.v.r.).
Einen „Blick hinter die Mauern“ haben kürzlich die Mitglieder
der Jungen Union Niederbayern geworfen. Mit JU-Bezirksvorsitzendem Christian
Moser, MdL Bernd Sibler und MdL Josef Zellmeier wurde die
forensisch-psychiatrische Klinik in Straubing besichtigt. Ärztlicher
Direktor Bernd Ottermann und Oberarzt Dr. Joachim Nitschke stellten den rund
20 Teilnehmern, darunter ein Großteil aus dem Landkreis Deggendorf, das
Bezirkskrankenhaus vor und stellten sich für Fragen zur Verfügung.
Seit der Einweihungsfeier im Mai 1990 haben bereits 40 000
Interessierte die Modellklinik besucht. 1986 haben die Baumaßnahmen
begonnen. Ottermann verdeutlichte den Anwesenden den Konflikt zwischen den
Aufgaben der Sicherung und Besserung. Die Patienten hätten aber einen
gesetzlich festgelegten Anspruch auf Rehabilitation. Es bestehe „keine
Alternative zur Integration“, erklärte Ottermann. Er beklagte, dass die
Bezirkskrankenhäuser in der Regel überbelegt sind. Nur die in Straubing habe
als zentrale Klinik keine Aufnahmepflicht. Die 179 Patienten haben
ausschließlich Einzelzimmer.
Deshalb gebe es in der Forensik in Straubing nicht den Mangel
an Rückzugsräumen und somit weniger Probleme in der Gemeinschaft. In Europa
zählt die Forensik zu den ersten drei Spitzeneinrichtungen und ist die
modernste Einrichtung in Deutschland. Auch international ist das
Bezirkskrankenhaus anerkannt, erklärte Ottermann. Auch Besucher aus Japan
und Kanada hat er schon begrüßt.
Zu den Patienten zählen unter anderem Brandstifter und
Sexualstraftäter. Rund die Hälfte der Insassen leidet unter diversen
Persönlichkeitsstörungen. Unter den 179 Patienten sind lediglich drei
Frauen. Der Altersdurchschnitt liegt bei 35 bis 40 Jahren. Laut Ottermann
ist der Ausländeranteil bei ca. 10 bis 12 Prozent. Ausgewählten Patienten
werden zahlreiche Beschäftigungsmöglichkeiten geboten: Eine Sporthalle,
Krafträume, Tischtennisplatten und Billardtische sind vorhanden. Auch in
einem Steinbruch, in der Goldschmiede, Werkstatt oder der Uhrmacherei kann
gearbeitet und eine Ausbildung gemacht werden. „Ausbildung verändert die
Patienten mehr als jede Psychotherapie“, erklärte Dr. Nitschke.
Christian Moser dankte für die informative Führung und die
anschließende Diskussion. Nach dem Ausbau der Klinik werden 230 Plätze
vorhanden sein. Der Tagessatz eines Patienten liegt bei ca. 130 Euro. In der
Justizvollzugsanstalt hingegen bei ca. 80 Euro. |