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Presseartikel vom 20. Oktober 2007

Landesarbeitskreis Umwelt: Biodiversität bietet Chancen

 

 

Der Arbeitskreis Umwelt der Jungen Union (JU) Bayern besichtigte den Tierpark Straubing (20.10.07). Auf der Tagesordnung der aus ganz Bayern angereisten Führungskräfte standen detaillierte Erläuterungen des Straubinger Zoopädagogen Dr. Martin Werneyer zum Thema "Artenschutz und Biodiversität". Neben dem Hauptvortrag von Hans Lenz und Robert Graf zum Thema "Lebensraum Donau" stand auch eine Diskussion zur Problematik "Eindämmung des Verlusts der Biodiversität" mit Europaabgeordneter Dr. Anja Weisgerber an.

 

Der Zoopädagoge Dr. Martin Werneyer stellte eingangs die Entwicklung des Tiergartens Straubing vor. "Etwa 2 Millionen Arten - Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen - wurden bislang von der Wissenschaft beschrieben und viele sind bislang noch unentdeckt", so Diplom-Biologe Werneyer. In den vergangenen Jahren hat der Tiergarten Straubing sich massiv weiter entwickelt, denn der Artenschutz wird zunehmend zu einer globalen Aufgabe. Die Gesamtheit der Arten, ihre Lebensräume und die genetische Vielfalt werden unter dem Begriff biologische Vielfalt oder Biodiversität zusammengefasst. Seit dem Weltumweltgipfel 1992 in Rio de Janeiro gilt die Erhaltung der Biologischen Vielfalt als ein zentrales Handlungsziel weltweiter Umweltpolitik des 21. Jahrhunderts. In dem in Rio verabschiedeten "Übereinkommen über die Biologische Vielfalt" (Convention on Biological Diversity - CBD) wird Vielfalt als eine wesentliche Eigenschaft der Natur aufgefasst, die nicht nur im Hinblick auf Nützlichkeitserwägungen, sondern auch "an sich" wertvoll ist.

 

Lebensraum Donau mit Potential Hans Lenz und Robert Graf stellten in ihrem Lichtbildervortrag "Lebensraum und Erlebnisraum Donau" ihr Aktionsfeld dar (Gasthof Mooshäusl). Der Erfolg des Ideenwettbewerbs im Sommer 2006 zur Aufwertung der Uferbereiche der Donau von der Kagerser Staustufe bis hinab zum Pillmoos sei ausschlaggebend für die Gründung eines mittlerweile fast 100 Mitglieder umfassenden Vereins - Erlebnisraum Donau e.V. gewesen. Die baldige Erkenntnis, dass es nicht bei einer bloßen Weitergabe der Ideensammlung an die Stadt bleiben kann, wenn man wirklich etwas bewegen will, sei ein permanenter Ansporn. Die Biodiversität der Donau und die Einbindung Straubings als einer Stadt am Wasser in das Lebensumfeld jedes einzelnen Bürgers sei enorm wichtig, so der Intiator Lenz kämpferisch. Die Gestaltung des Flußbereiches einer Stadt verkörpere deren Flair. Man müsse etwas Bleibendes schaffen und dabei die Zukunftsfähigkeit im Blick zu haben. Positive Effekte würden auch für den Tourismus und den Schifffahrtsverkehr entstehen. Vision des Vereins sei es, Straubing als eine Stadt am Wasser erfühlbar werden zu lassen - als neuer Treffpunkt für Jung und Alt, Einheimische und Gäste. Lenz: "Nicht nur am, sondern wieder mit dem Fluss sollen die Bürger leben". "Wir können einfach nicht umhin, dem Ur-Strom Donau wieder den ihm mehr als gebührenden Respekt zu erweisen.", so Graf.
 

Im Rahmen einer ausführlichen Diskussion wurden verschiedene Themenkreise thematisiert. "Die verstärkte Orientierung Straubings zum Lebensraum Donau erweitert das Profil des Standorts und stärkt umgekehrt auch die eingebundenen Institutionen" so der Grundtenor der beiden Führungskräfte. Mit der dialogorientierten Gestaltung von Abläufen und Prozessen ist man auf dem richtigen Weg. Denn Straubing bietet diese Entwicklung Chancen, eigenständig, autonom und effizient handeln zu können, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.

 

EU-Strategie für einen Erhalt der Schöpfung "Die Europäische Union hat sich bereits in Göteborg 2001 das ambitionierte Ziel gesetzt, dem Biodiversitätsverlust bis 2010 Einhalt zu gebieten", so die Europaabgeordnete Dr. Anja Weisgerber. Bereits vor über einem Jahr veröffentlichte die Europäische Kommission ihre Mitteilung "Eindämmung des Verlusts der Biodiversität bis 2010 - und darüber hinaus" ("Biodiversity Communication"). Damit reagiert die Europäische Kommission mit einer politischen Strategie und einem Aktionsplan auf den weiterhin fortschreitenden Verlust der Artenvielfalt. Schwerpunkte sind die die biologische Vielfalt in der EU und weltweit, die Auswirkungen des Klimawandels und Fragen der Finanzierung. Vor dem Hintergrund des Artensterbens findet die jüngste bayerische Europaabgeordnete es auch gut, dass die EU etwas für den Artenschutz tut. Denn der Artenschutz kennt keine Grenzen, viele Arten sind in grenzüberschreitenden Lebensräumen beheimatet. Die Umsetzung dieser Richtlinien hat sich allerdings als problematisch erwiesen, so die Umweltexpertin aus Schwebheim (Franken). Verstöße gegen die zwei Richtlinien machten EU-weit bisher über ein Viertel der Fälle aus, in denen die EU-Kommission gerichtliche Schritte gegen Mitgliedstaaten unternommen hat. Nur der Mensch als Hauptverursacher kann den Rückgang der biologischen Vielfalt aufhalten, so Weisgerber.

 
 

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Letzte Aktualisierung dieser Seite 01.02.2012