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Vorwort:
Niederbayern ist unbestritten die Aufsteigerregion unter den bayerischen
Bezirken. Dies ist in erster Linie auf den sehr großen Fleiß und die
positive Einstellung unserer Bevölkerung zurückzuführen. Gerade aber auch
die zielgerichtete Politik der bayerischen Staatsregierung hat dazu geführt,
dass der einst fast ausschließlich agrarisch geprägte Landstrich zu einem
starken Wirtschaftsstandort aufgestiegen ist, sich dabei aber die regionale
Identität bewahrt hat. Nichts bestätigt dies mehr als die hohe Exportquote
niederbayerischer Waren in die Welt hinaus. Diese ist mit 50 Prozent die
höchste der bayerischen Bezirke.
Dennoch:
Die Prognos-Studie aus dem Jahr 2004 hat die Junge Union Niederbayern
alarmiert. In dieser Studie wurde deutlich, dass speziell die Landkreise
Regen und Freyung-Grafenau zu den Regionen in Deutschland gehören, die
Bevölkerung verlieren werden. Dies gilt aber auch für andere Landkreise in
Niederbayern, jedoch in weniger dramatischer Ausführung. Im Gegensatz dazu
gehört laut der Studie die Region um Landshut zu denen, die weiter an
Bevölkerung gewinnen werden. Mit diesen Sprüngen der Bevölkerung ist aber
auch intensiv die wirtschaftliche Entwicklung und damit auch die Frage nach
den Zukunftsperspektiven der Menschen und der Region verbunden. Je weniger
Menschen in einer Region leben, desto weniger Kaufkraft ist dort auch
vorhanden.
Erste Auswirkungen dieser problematischen Entwicklung spürt man bereits: Im
Winter 2004/05 stieg die durchschnittliche Arbeitslosenzahl im Landkreis
Freyung Grafenau um sage und schreibe erschreckende 21 Prozent an. Wenn man
hier auch die Sprünge in der Statistik herausnimmt, die durch Hartz IV
bedingt sind, so muss man doch festhalten, dass sich ein negativer Trend
festzusetzen scheint.
Dazu kommt, dass durch die Öffnung des Eisernen Vorhangs und die Aufnahme
von zehn neuen Staaten - vorwiegend aus Mittel- und Osteuropa - die
Europäisierung und Globalisierung weiter fortschreitet. Dies bietet Chancen
und Risiken für die Region Niederbayern.
Bislang hat man in der breiten öffentlichen Diskussion eher die Problemlagen
betont. Durch die Öffnung und die damit verbundene unumgängliche vermehrte
internationale Zusammenarbeit ergeben sich aber viele Möglichkeiten, des
Austausches, der Kooperation und der Zusammenarbeit. Es erschließen sich
auch neue Märkte.
Durch eine verbesserte Nutzung europäischer Förderprogramme ergeben sich
wertvolle Impulse für die Region Niederbayern. Im Zuge des Projektes
„Niederbayern 2020“ hat die Junge Union die Zusammenarbeit im Bereich der
Geothermie zwischen Simbach am Inn und Braunau besichtigt. Hier lebt man
bereits vor, wie man grenzüberschreitend zusammenarbeiten kann und zugleich
hohe europäische Förderungen für hochinnovative Projekte in die Region
bekommen kann. Auch die Euregio Sumava macht vor, wie man durch Kooperation
Gelder und Wirtschaftskraft gewinnen kann.
Leider stehen immer noch der „Semmelkrieg“ und die Verlagerung von
Arbeitsplätzen im Bereich der optischen Industrie im Vordergrund der
Diskussion. Diese Probleme müssen gelöst werden. Hier ist zuerst die EU mit
einer angepassten Förderpolitik gefordert. Der ostbayerische Grenzraum muss
weiterhin eine eigenständige EU-Förderung aus Ziel II- und Ziel III-Mitteln
erhalten. Der Freistaat Bayern, der wegen des Subsidiaritätsprinzips künftig
über die Verteilung aus dem EU-Ziel II-Fördertopf entscheiden wird, ist
aufgefordert, Ostbayern künftig angemessen zu berücksichtigen. Die
Bundesregierung ist ihrer Verantwortung in keiner Weise nachgekommen.
Im
Projekt „Niederbayern 2020“ hat der Bezirksverband der Jungen Union
Niederbayern Überlegungen, Thesen und Ziele formuliert, wie Niederbayern im
Jahre 2020 aussehen könnte und welchen Weg man dafür einschlagen muss. Einen
Anspruch auf Vollständigkeit erheben wir nicht.
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